Was passiert bei einem Aufprall mit dem Helm?
Der Helm übernimmt bei einem Sturz die Funktion einer Knautschzone. Er fängt die Wucht und die Energie des Sturzes ab. Dank moderner Verfahren sind Helme inzwischen sehr belastbar.
Wie fängt ein Helm den Aufprall auf?
Bei einem Aufprall wird erhebliche Energie auf den Helm abgegeben. Der Helm wirkt dabei durch mehrere Effekte:
- Die Aufprallfläche des Helms ist größer als die des Kopfes. Dadurch wird die Energie besser verteilt.
- Der Helm staucht sich beim Aufprall zusammen. Auf diese Weise wird Energie abgebaut und vom Kopf abgehalten. Er federt den Sturz ab.
- Der Aufprall setzt eine Druckwelle in Gang, die dreidimensional kreisförmig über den Helm weiterläuft – wie ein Blitzableiter. Es kann passieren, dass gegenüber dem Aufprall weitere Beschädigungen am Helm auftreten (Gegenbruch). Das wäre sonst am Schädel so. Es ist auch möglich, dass an anderen Stellen weitere Brüche auftreten. Dies ist kein Mangel des Helmes, sondern der Beweis seiner immensen Energieaufnahmefähigkeit. Bisweilen bricht ein Helm, dennoch erfüllt er seine Funktion.
Lieber der Helm als der Kopf
Es hat sich herausgestellt, dass die Bruchmechanismen an Fahrradhelmen dieselben sind wie sonst am Schädel:
- Impressionsfrakturen: Nach innen eingedrückte Spuren im Material, die sonst in der Schädeldecke zu finden wären.
- Stückbrüche: Ganze Stücke des Helmes brechen ab. Beim Schädel wären das Stücke der Schädeldecke.
- Berstungsbrüche: Brüche an Stellen, die nicht Aufprallstelle sind, sondern indirekte Brüche, z.B. bei seitlichem Kopfaufschlag oft Brüche vorne links und oder rechts in der Schläfengegend.
- Gegenbrüche: Brüche an der gegenüberliegenden Seite.
- Vollständige Zerstörung in Stücke.
- Lochbrüche: Eindrücke, die zu einem Loch geführt haben.
- Winkelförmige Frakturen auf dem Schädeldach.
- Kombinationen dieser verschiedenen Bruchmechanismen.
Moderne Helme halten große Belastungen aus. Die äußere Kunststoffschale und der Hartschaum werden heute miteinander verschweißt. Bei Stürzen sind sie wesentlich stabiler und unverwüstlicher als frühere Helme, wo Schale und Schaumstoff nur verklebt waren.
Es ist nicht immer leicht, Unfallhelme genau zu untersuchen, da sich die Energie unterschiedlich auf den Helm verteilt. Ein Helm, der bei einem Sturz getragen wurde, hat seine Aufgabe erfüllt und muss ausgewechselt werden.





