Kinder vernünftiger als Erwachsene – Helmtragen beim Fahrrad fahren
Der Trend weist in die richtige Richtung, die Zahl der Menschen, die mit Helm fahren, steigt. Dennoch bleibt ihr Anteil weiterhin sehr gering. Am klügsten und verantwortungsbewussten verhalten sich Kinder! 2008 trugen immerhin mehr als die Hälfte aller Kinder unter 10 Jahren einen Helm (55 %). Das heißt aber auch, dass 45 % noch ohne Kopfschutz unterwegs waren. Die Helmfahrerquote insgesamt lag in 2008 bei 10 %. Dies ist trotz des stetigen Anstiegs in den letzten Jahren wenig zufrieden stellend. Radfahrer ab 17 Jahren tragen nur noch selten einen Kopfschutz. Die Quote liegt in den jeweiligen Altersgruppen zwischen 4 und 8 %. Zahlen, die wir als Aufgabe verstehen!
Helmtragequote von Fahrradfahrern in %

Helmtragequoten im Vergleich
| Jahr | Radfahrer insgesamt | Kinder < 10 Jahren | Radler > 17 Jahre |
|---|---|---|---|
| 2008 | 10 % | 55 % | 4-8 % |
| 2007 | 9 % | 45 % | |
| 2006 | 7 % | 42 % | 3-5 % |
| 2005 | 6 % | 53 % | 2-4 % |
| 2004 | 6 % | 41 % | |
| 2003 | 6 % | 38 % | 2-5 % |
| 2002 | 5 % | 33 % | |
| 2001 | 5 % | 40 % | 3 % |
| 2000 | |||
| 1999 | 5 % | 50 % | |
| Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) | |||
Helmtragequote der Kinder unter 10 Jahren in 2008

Helmtragequote der Radfahrer insgesamt in 2008

Dass es auch anders geht, zeigen unsere Nachbarn in der Schweiz: Dort tragen aktuell rund 40 Prozent der Erwachsenen und 70 Prozent der Kinder freiwillig einen Helm!

Unfälle von Heranwachsenden als Radfahrer
Die Wege der Kinder mit dem Rad nehmen zum Ende der Grundschulzeit zu. Nach der Radfahrausbildung und dem Schulwechsel steigen sie sprunghaft an. Ob Freizeit oder Schulweg: das Rad ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Es ist für Kinder ab 10 Jahre das Verkehrsmittel Nummer 1. Mit zunehmendem Fahren steigen leider auch die Risiken. 2008 waren laut Statistischem Bundesamt die Hälfte aller im Verkehr verunglückten Kinder zwischen 10 und unter 15 Jahren mit dem Rad unterwegs (50 %).
Den 2.325 verunglückten Kindern als Radfahrer in der Altersgruppe der 6- bis unter 10-Jährigen standen 8.556 Unfallopfern bei den 10- bis 14-Jährigen gegenüber. Mit 15, 16 Jahren geht die Zahl der Unfälle wieder leicht zurück, nicht zuletzt, weil das Rad als Verkehrsmittel bei älteren Jugendlichen etwas an Bedeutung verliert. Etliche Jugendliche steigen auf motorisierte Zweiräder um.
Unfälle Rad fahrender Kinder und Jugendlicher 2008

Das hohe Unfallrisiko erklärt sich nur teilweise dadurch, dass Kinder ab 10 öfter unterwegs sind und längere Strecken zurück legen. Hauptunfallursache ist das alterstypische Risikoverhalten der jungen Radfahrer. Helmtragen ist zunehmend verpönt. Umso wichtiger ist, dass Kinder frühzeitig lernen, einen Helm zu tragen.
Jungen gefährdeter als Mädchen
Das Beispiel Radfahren zeigt auch, wie unterschiedlich gefährdet Jungen und Mädchen sind. Zwei Drittel der Unfallopfer sind Jungen. Sie sind öfter und länger unterwegs, haben leistungsfähigere und schnellere Räder als Mädchen, fahren aggressiver und tasten sich mehr an ihre Grenzen heran. Je riskanter man fährt, umso mehr wird man im Freundeskreis bewundert. Auch die Einstellungen zum Radfahren unterscheiden sich. Mädchen betonen stärker die Umweltfreundlichkeit des Fahrrades, Jungen haben vor allem Spaß an der Geschwindigkeit.
Fahrradunfälle von Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren nach Geschlecht in 2008






